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Der Geburtstagsoptimist/-pessimist

(Vortrag für 2 Personen: Strophen werden im Wechsel vorgetragen)

Das ist 'ne Sache - das ist 'ne Freud',
ich bin jetzt _____, es ist soweit.
Ich bin nicht alt - ich bin nicht jung,
noch innen und außen gut in Schwung.
Heut' haut mich nichts so leicht vom Hocker,
Die _____ Jahr - die trag ich locker!
Wie man's auch anguckt - es ist wahr,
sie sind im Sack, die _____ Jahr.
Da hilft kein Beten, Fluchen, Toben,
der Sack ist auf dem Buckel droben.
Es ist schon hart - das muss ich sagen -
je älter - um so mehr musst Du tragen.

Mit _____ (- 10 Jahre) kriegstes nicht so mit,
dass Du mit _____ bist noch fit.
Von wegen _____ und am Ende,
im Gegenteil - das ist die Wende!
Ab _____ - das tun Viele sagen,
ab _____ - geht Dir's an den Kragen.
Ab _____ - glaub's, mit schnellem Trab,
da geht's mit Dir halt doch bergab.

Ich kann die _____ bloß noch loben,
ich spür 'nen starken Schub nach oben!
Mit _____ bist Du echt in Form
und Deine Erfahrung ist enorm!
Jetzt ändert sich des Lebens Lauf
und mancher Spass hört plötzlich auf.
Mit _____ (- 10 Jahre) hat ein jeder gelacht
und über's Alter Spässe gemacht.
Kannst zufrieden in die Hände spucken
und frohgemut nach vorne gucken.
Genieß' die Jugend bis zum Ende,
bezahl die Schulden mit der Rente!
Doch ich hab's damals schon gewisst,
dass Du mit _____ fertig bist.
An Rente darf ich gar nicht denken,
am besten wär's, ich tät mich hängen.
Das Lesen - das tut mich nicht jucken,
Hauptsache, ich kann Fernseh gucken!
Was auf der Straße so passiert,
als _____er mich schon interessiert.
Und wenn ich's mit der Brille nicht kann,
na dann schaff ich mir ein Fernglas an.
Du meinst, Du tätst noch etwas taugen,
nun merkst's am ehesten an den Augen.
Eine Speiskarte lesen im Lokal,
das war für mich 'ne echte Qual.
Zuerst hab ich gemeint, ich schiele:
Ja, Scheiße - jetzt brauch ich 'ne Brille!
Des Beste - und das weiß ich gewiss -
das ist mein nagelneues Gebiss!
Für mich der allergrößte Nutzen:
ich kann meine Zähne jetzt extern putzen.
Für's schönste Lächeln auf der Welt
zahlt "Kukident" mir Werbegeld.
Wie war das doch mit _____ (- 10 Jahre) schön,
hab gegessen mit den eignen Zähn',
Heut hab ich bloß noch ein paar Stumpen,
die sind mit Brücken eng verbunden.
Der Zahnarzt ist auf dieser Welt
der einzige, dem mein Gebiss noch gefällt.
Packt Dich das Leben hart am Schopf,
dann kriegste halt 'nen Charakterkopf.
Glotz ich morgens in den Spiegel hinein,
mein Körper - der ist einwandfrei.
Glotz ich am Morgen in den Spiegel,
dann seh' ich so 'nen alten Igel.
Die Nase verschoben - das Gesicht voller Falten,
das kannste nicht tauschen - das musste behalten.
Verzweifelt, fasst am resignieren,
tu ich die Kehle halt rasieren.
Für mich gibt's überhaupt keine Frage,
ich stell doch mir ins Bad keine Waage.
Was soll denn ich mich drangsalieren
und meine Pfunde kontrollieren?
Ich fühl mich wohl - ich fühl mich gesund,
und deshalb bleib ich kugelrund.
Und steh' ich hinterher auf der Waage,
dann denk ich: es ist 'ne Plage.
Du isst kaum noch im Großen-Ganzen
und trotzdem hast Du so 'nen Ranzen.
Das ist gewiss der Altersspeck,
den kriegste Dein Lebtag nicht mehr weg.
Mein Liebesleben ist enorm,
erotisch bin ich groß in Form.
Die Frauen/Männer reißen sich um mich,
geht das so weiter - bin ich "hi".
Ja, und von wegen Liebesleben,
das kannste bei mir den Hasen geben.
Ja, selbst im Frühling - selbst im Mai,
da regt sich nichts - es ist vorbei.
Heut bin ich froh, mein lieber Mann,
wenn ich des Nachts gut schlafen kann.
Wenn ich was geschafft hab, war was los,
und im kassieren war ich groß.
Heut hab ich Geld im Überfluss,
Mein Konto - das ist ein Genuss.
Was ich auch angestellt im Leben,
bei mir ging alles bloß daneben.
mein Konto ist nach all den Jahr'
genauso leer wie's früher war.
Ich halt mich fit - und pfleg' meinen Ranzen
und lass im Alter die Puppen tanzen.
Von mir kann ich heut zufrieden sagen,
ich kann mich über nichts beklagen.
Heut biste im Alter arm und krank
und hast keinen Pfennig auf der Bank.
Mann sieht, ich kann mich drehen, wenden,
für mich wird alles saudumm enden.
Die _____er-Feier ist für mi
grad' wie der Tüpfel auf dem "i".
Drum lasset uns die Gläser heben,
denn uns're Schulzeit - die soll leben.
Drum seh ich heut die _____er-Feier
als sitzt bei mir der Pleitegeier.
Was soll denn hier das ganze Theater,
Ihr gehört ja alle zum Psychiater.
Noch ist der Ofen lange nicht aus,
wir haben noch Dampf - da kommt was raus.
Wir machen aus der Not 'ne Tugend
und zählen uns zur späten Jugend.
Auch wenn ich Euch den Schlaf tu rauben,
Ihr müsst mir dieses Eine glauben:
Wir gehören jetzt zum alten Eisen
und können auf die Zukunft ... trinken.


Jetzt frag ich Euch, was jeder ist,
ein Optimist - ein Pessimist?